Crowdsourcing – eine Menge Ideen?


3 August 2012 386 views One Comment

Im Team ist man stärker als alleine. Das gilt nicht nur im Kleinen, sondern auch im Großen – wenn beispielsweise mehrere Unternehmen miteinander kooperieren. Doch auch Partnerschaften zwischen Firmen und ihren Kunden sind möglich, etwa in Form des sogenannten Crowdsourcing.

Crowdsourcing ist die Auslagerung von Arbeitsaufgaben an eine mehr oder weniger ‚undefinierte‘ Gruppe durch einen offenen Aufruf – sei es im Internet oder im realen Leben. Diese Form der Zusammenarbeit kann auf Teilaufgaben wie das Grafikdesign von Verpackungen beschränkt sein, wie am Beispiel von Durex. Aber auch bei komplexeren Projekten wie bei einer Produktentwicklung kann Crowdsourcing Sinn machen. Der Fahrradhersteller Apollo Bike GmbH mit seiner Marke „Carver“ geht diesen Weg. In Zusammenarbeit mit dem größten europäischen Internetforum für Mountainbiker dem „IBC“ wird ein neues Bike zur Ergänzung der Produktpalette entwickelt. Allein die technischen Vorgaben werden von den Ingenieuren des Unternehmens gemacht. Ideen, Kritiken und Fragen werden öffentlich behandelt und diskutiert. So wird ein großer Teil der Entwicklung von den Usern übernommen: Skizzen, Rahmendesign sowie spezielle Problemlösungen. An diesem Prozess beteiligen sich teilweise weit mehr als 1.000 Forums-Mitglieder. Dieses Konzept ist nicht nur im technischen Bereich erfolgreich; Ritter Sport entwickelte auf diesem Weg eine Schokolade mit neuer Geschmacksrichtung. Anstatt den Kunden indirekt durch Marktforschung zu beteiligen wird er direkt in die Entwicklung einbezogen. Auf Seite des Kunden ist der Nutzen dieser Aktion ein Produkt, das seinen Bedürfnissen möglichst genau entspricht. Der Entwicklungsprozess gestaltet sich für ihn transparent. Das Unternehmen wiederum kann so ein Produkt herstellen, das einen höheren Absatz erzielt.

Crowdsourcing ist nicht nur auf B2C oder das Internet beschränkt. Anwendertreffen oder Fachforen bieten ähnliche Möglichkeiten. Der TREFFPUNKT AUTOMATION der ProNES Automation GmbH ist beispielsweise eine Veranstaltung für hochqualifiziertes Fachpublikum aus dem Umfeld der industriellen Produktion und Qualitätssicherung . Bei Events dieser Art kommen Hersteller, Zulieferer und Kunden zusammen. Gezielt angeregte Diskussionen, Podiumsdiskussionen oder Produktvorstellungen in der Entwicklungsphase mit anschließender Diskussion, haben hier ähnliche Effekte. So können Kundenwünsche , Ideen und technologische Anregungen direkt aufgenommen werden.

Die Möglichkeiten und Ansätze für Crowdsourcing sind vielfältig. Für wen, wann und wofür also  macht Crowdsourcing Sinn und worauf sollte man achten? Crowdsourcing kann in jedem Fall ein Zugewinn sein und ist sehr vielfältig einsetzbar. Bei Aktionen aber, bei denen sensible firmeninterne Daten preisgegeben werden müssten, um die Crowd an der Arbeit zu beteiligen, ist der Nutzen abzuwägen. Auch Fragen des Urheberrechts sind vor allem in Deutschland ein komplexes Thema und vorab zu klären. Klare Ziele und eindeutige, transparente Rahmenbedingungen sind die Basis für ein erfolgreiches Crowdsourcing. Denn die Crowd muss kanalisiert und Ideen gelenkt werden.

Im Grunde genommen geht es nicht einfach darum, ‚Arbeitsaufgaben‘ auszulagern, sondern Ideen zu bündeln und Kreativität zu stärken, indem man sich innerhalb einer kleinen oder großen Gruppe gegenseitig Impulse gibt. Dabei spielt nicht nur die Absatzsteigerung eine Rolle. Das Einbeziehen der Zielgruppe, die Wertschätzung der Kunden und die Beteiligung am Produkt sind ein allgemeiner Imagegewinn.

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One Comment »

  • Marketing Ideengeber Produktentwicklung said:

    [...] Bike in Zusammenarbeit mit dem größten europäischen Internetforum für Mountainbiker ein neues Bike. Mit Ideen der Kunden. Allein die technischen Vorgaben wurden von den Ingenieuren des Unternehmens [...]

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